ISF-Tour-Finals: Halfpipe
Snowboard: Simmen wurde trotz Sturzfestival Weltmeister
publiziert: Samstag, 14. Apr 2001 / 23:35 Uhr

Davos - Die Erfolgswelle der Schweizer Snowboarder ebbt nicht ab: Zwei Tage nach der weltmeisterlichen Performance von Ueli Kestenholz und Steffi von Siebenthal liess sich in Davos bei den ISF-Finals nun auch der Freestyler Gian Simmen (24) nach dem nächtlichen Halfpipe-Final trotz zweier Stürze zum Tour-Weltmeister küren und löste den Amerikaner Ross Powers ab. Therry Brunner, der ebenso stürzte, gewann wie im Vorjahr Silber.

Status Quo an der Spitze des Frauen-Circuits: Stine Brun Kjeldaas verteidigte ihren Titel aus dem Vorjahr souverän. Mit vier Saisonerfolg hatte sie sich die Goldmedaille längst gesichert. Für Fabienne Reuteler, die mit Abstand beste Schweizer Freestylerin, endete die Profi-Tour mit dem Sieg im spektakulären Davoser Nachtfinal und dem Vize-WM-Titel.

Reuteler, die schon die Qualifikation und die Halbfinals in eindrücklicher Manier dominiert hatte, zeigte vor mehr als 5000 Zuschauern die besten Rotationen aller sechs Finalteilnehmerinnen. Nach einem ersten, eher verhaltenen Run, überzeugte die 21-jährige Studentin im entscheidenden Durchgang mit stilistisch einwandfreien 540°-Drehungen. Die Judges benoteten Reutelers Performance mit 33,4 Punkten, derweil sich die Weltmeisterin Brun Kjeldaas mit 32,1 zu begnügen hatte.

Der letzte Halfpipe-Wettkampf der Männer verlief aus Schweizer Sicht nicht wunschgemäss. Halbfinal-Dominator Reto Kestenholz, der Bruder von Alpin-Weltmeister Ueli, riskierte eindeutig zu viel. Seine Risikobereitschaft bezahlte der Schweizer Meister mit zwei spektakulären Stürzen (und einigen Prellungen). Kaum besser erging es dem neuen Champion Simmen. Der Bündner schien nach missratenem Start mit seinen technisch hochstehenden Flugeinlagen auf Siegkurs, ehe er ausgerechnet beim letzten Sprung stürzte. Therry Brunner verlängerte die Liste der «Sturzpiloten» um einen weiteren Schweizer Rider. Dem Zuozer widerfuhr exakt das selbe Schicksal wie Simmen.

Mit Giacomo Kratter nutzte ein Aussenseiter das Sturzfestival der Favoriten zum grossen Coup. Der erst 17-jährige Italiener verdiente sich den Siegercheck mit zwei tadellosen Läufen. Den verwirrenden Sprungkombinationen des Junioren-Weltmeisters von Sappada hatte ausser dem zweitplatzierten Tschechen Martin Cernik keiner der Konkurrenten etwas Gleichwertiges entgegen zu setzen. Das Niveau des Wettkampfs litt gewiss etwas unter der Absenz einiger prominenter Rider. Vorjahressieger Powers fehlte ebenso wie die besten Norweger. Und der Schweizer Crack Dani Costandaché verzichtete wegen angerissener Kniekreuzbänder auf einen Start in Davos.

Simmen trotz Davoser Stürzen konstant gut

Überraschend war der Titelgewinn des Halfpipe-Spezialisten zwar nicht (mehr), da der Bündner seit seinem 2. Platz bei der «Triple Crown» in der Sierra Tahoe das Worldranking uneinholbar anführte, womit sich seine beiden Stürze in Davos in der Endabrechnung nicht mehr auswirkten. Für den Olympiasieger von Nagano ist der mit 20 000 Dollar dotierte Weltmeister-Titel verdienter Lohn seiner beachtlichen Konstanz und ungewöhnlich hohen Stilsicherheit. Bei acht Tour-Starts stand Simmen fünfmal auf dem Podium, in Laax und beim Nippon Open zuoberst.

Den Grundstein zur fast perfekten Saison legte der Aroser im Herbst Tignes, als er beim FIS-Weltcup-Auftakt triumphiert und der Schweiz (und sich) gleich bei erster Gelegenheit einen olympischen Quotenplatz gesichert hatte. Kaum zwei Wochen später zog er in Laax beim prominent besetzten Take-off der ISF-Boarder alle Register seines immensen Könnens. Simmen bezeichnet jenen Wettkampf noch heute «als einen der besten überhaupt».

Schon beim Start am Grap Sogn Gion zeichnete sich ab, dass Simmen nur schwer zu schlagen sein würde. Kaum einem anderem Professional gelang der Mix aus technischen Finessen und hohen Sprüngen so gut wie dem neuen Tour-Champion. «Ich habe den Vorteil, dass ich mich dem Aufbau der Pipe anpassen kann. Hohe Sprünge sind mein Markenzeichen, die technisch schwierigen Tricks beherrsche ich aber ebenso», sagte Simmen.

(kil/sda)

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