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Sonntag, 20. Januar 2002 / 20:10:18

Snowboard: ISF-Weltcup in Leysin
Gilles Jaquet nach zweitem Saisonsieg Duel-Weltmeister
Leysin - Gilles Jaquet darf sich nach dem zweiten Saisonsieg ISF-Weltmeister im Duel nennen. Der 27-Jährige aus La Chaux-de-Fonds setzte sich am Weltcup in Leysin vor den drei weiteren Schweizer
Olympia-Teilnehmern durch. Bei den Frauen fuhr die nicht für Salt Lake City qualifizierte Ursula Bruhin ihren siebten Weltcup-Erfolg heraus.
Publikumsliebling Jaquet schaltete bei diffusen Licht- und
Wetterverhältnissen im KO-Modus der Reihe nach die Schweizer Rider
Roland Haldi, André Grütter und Simon Schoch aus. Allerdings verlor
der Neuenburger jeweils einen der zwei Läufe. Im Final hatte er
nach einem Blitzstart im ersten Run gegen Philipp Schoch relativ
leichtes Spiel. Der durch Jaquets explosiven Rennbeginn scheinbar
verwirrte Schoch kurvte um das erste Tor, als Jaquet bereits beim
vierten angelangt war. Im zweiten Lauf fiel das Verdikt dann
wesentlich knapper, aber wieder zugunsten Jaquets aus, der so zum
6. Mal ein ISF-Weltcuprennen gewann.
Mit dem Hattrick in Leysin -- Jaquet hatte bereits die letzten
beiden Duel-Wettkämpfe gewonnen -- sicherte sich der
sportbegeisterte Student erstmals den Titel eines ISF-Weltmeisters
und löste damit Ueli Kestenholz ab, der in den letzten beiden
Jahren triumphiert hatte. Aufgrund des dezimierten ISF-
Rennkalenders werden die besten zwei Ergebnisse gewertet; Jaquet
kann nach seinem Sieg zu Saisonbeginn in Laax von niemandem mehr
ein- oder überholt werden. Das dritte und letzte Duel-Rennen wird
übers Oster-Wochenende am ISF-Weltcup-Final in Davos ausgetragen.
Jaquet ist derzeit d e r dominierende Alpin-Fahrer. Vor ziemlich
genau einem Jahr fuhr er an der FIS-WM in Madonna di Campiglio (It)
vom 106. Startplatz in der Qualifikation zuobert aufs Podest. Auch
in Laax am ersten Schweizer Olympia-Trial war Jaquet eine Klasse
für sich gewesen. «Es ist ein geiles Gefühl, Doppel-Weltmeister zu
sein», freute sich Jaquet nach seiner gelungenen Performance.
Die Dominanz der Schweizer Alpin-Rider manifestierte sich in
Leysin, wo die letzten ISF-Duel-Rennen vor den Olympischen Spielen
ausgetragen wurden, abermals. Mit Jaquet, Philipp Schoch, Ueli
Kestenholz sowie Simon Schoch qualifizierten sich vier für Salt
Lake City qualifizierte Athleten für die Halbfinals. Und Schweizer
Doppel- oder Dreifachsiege sind auf der ISF-Tour eben längst keine
Seltenheit mehr.
7. Weltcup-Sieg für Ursula Bruhin
Bei den Frauen schien es, als wolle Ursula Bruhin ihrer Nicht-
Berücksichtigung für die Olympischen Spiele trotzen. Die bald 32-
jährige Schwyzerin setzte sich im Final am Berneuse-Hang gegen die
attraktive Österreicherin Heidi Jaufenthaler durch und feierte
ihren siebten Weltcupsieg. Allerdings bekundete Bruhin im ersten
Lauf des Viertelfinals gegen Nadia Livers Glück. Bruhin blieb am
sechstletzten Tor hängen, drehte sich und kam mit einem Rückstand
von 2,92 Sekunden ins Ziel.
Ihr Dreher wurde vom Rennrichter als so genannte Penalty-Time
gewertet, die jeweils vier Prozent der schnellsten Viertelfinal-
Zeit beträgt. In Bruhins Fall wurde der Rückstand auf 1,51 Sekunden
«reduziert». Im zweiten Run fuhr die passionierte Windsurferin dann
einen Vorsprung von 2,35 Sekunden heraus. Ansonsten zeigte die FIS-
Duel-Weltmeisterin keine Schwächen und gewann die vier verbliebenen
Läufe souverän.
Im Boardercross-Wettkampf vom Sonntag gewann Ine Pötzl innerhalb
von nur vier Tagen auch das zweite Saisonrennen. Die Österreicherin
hatte am Mittwoch bereits die prestigereichen X-Games in Aspen,
Colorado (USA) für sich entschieden. Mit Claudia Häusermann (2.),
Olivia Nobs (4.) und Tanja Frieden (6.) klassierten sich gleich
drei Schweizerinnen in den Top 6.
In der Männer-Konkurrenz realisierte der Schweizer Rolf Gisler
als Sechster seine mit Abstand beste Weltcup-Klassierung. Der
Glarner profitierte von einem kollektiven Zusammenstoss in der
ersten Kurve, verpasste aber ein Tor. Vom ersten wurde Gisler auf
den sechsten Platz zurückgesetzt. Als Sieger rutschte der Franzose
Xavier Delerue nach. Der Titelverteidiger und Dominator der letzten
Saison siegte vor dem Schweizer FIS-Weltmeister Guillaume Nantermod
sowie Altstar Bertrand Denervaud.
(Quelle: sda)
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